ENERA

Der nächste große Schritt der Energiewende

Auftraggeber: BMWi

 

 

Das Projekt enera steht als Teil des SINTEG-Förderprogramms für den nächsten großen Schritt der Energiewende in einem Wertschöpfungsnetzwerk aus neuen und „klassischen” Akteuren der Energiewirtschaft. Durch technologische Weiterentwicklung, Vernetzung auf Basis neuer Marktmechanismen und eine durchgehende Digitalisierung wird ein stabiles und volkswirtschaftlich optimiertes Energiesystem garantiert, in dem sich neue, auch disruptive Geschäftsmodelle und Innovationen zügig entwickeln können. So entsteht aus dem technischen und digitalen Zusammenwirken von Netz, Markt und Daten ein Inkubator für die Energiewende.

Zwei Aspekte stehen im Fokus des Projektes: Das Aufbrechen etablierter Strukturen, Grundüberzeugungen und Herangehensweisen auf der einen Seite sowie die Stabilität und Sicherstellung der Energieversorgung auf der anderen Seite.

Der angestoßene Umbau des nationalen Energiesystems wird von drei Hauptherausforderungen geprägt, an denen sich die Aktivitäten von enera ausrichten:

1.       Wandel vom statischen zum dynamischen System: Märkte und Geschäftsmodelle müssen auf noch unbekannte Entwicklungen hin konzipiert sein.

2.       Wandel vom zentralen zum dezentralen System: Sowohl Energielieferung als auch Systemsicherheit werden zunehmend aus dem Verteilnetz bereitgestellt.

3.       Die volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Relation: Die Systemtransformation ist durch marktliche Mechanismen und Regulierung zu optimieren.

Deutschland wird dadurch zu dem internationalen Leitmarkt der Energietransformation und die deutsche Wirtschaft hat gute Chancen, zum Technologieführer zu werden und die internationalen Leitanbieter zu stellen.

enera demonstriert, wie die Infrastruktur des Energiesystems so innoviert werden kann, sodass sie trotz der neuen Anforderungen und der Vielfalt von gleichzeitig eingesetzten Technologien eine hohe Resilienz aufweist. enera demonstriert darüber hinaus, wie durch Märkte und Digitalisierung Netzausbaukosten deutlich reduziert werden und Chancen für innovative Geschäftsmodelle entstehen.

 

Beitrag des Lehrstuhls für Energiewirtschaft

 

Schwerpunkte des UDE-Beitrags sind die Entwicklung eines Marktdesigns für den Handel regionalisierter Produkte, die Definition dafür geeigneter Produkte, die Untersuchung ökonomischer und regulatorischer Rahmenbedingungen, die Prognose von Last für Groß- und Kleinverbraucher sowie Übertragbarkeitsstudien auf weitere Regionen in Deutschland und darüber hinaus.

 

Ziel ist es ein zukunftsfähiges Energiesystem marktorientiert, kosteneffizient und anreizkompatibel unter Berücksichtigung von Netzaspekten zu ermöglichen. Diesbezüglich steht vor allem die Konzipierung, Erprobung und Evaluation eines Marktdesigns im Vordergrund, das die Aktivierung regionalisierten Handels ermöglicht und damit die Integration erneuerbarer Energien und die Vermeidung von Netzengpässe fördert.

 

Hierzu sind auch ökonomische und regulatorische Rahmenbedingungen zu untersuchen, um geeignete Rahmenbedingungen für eine effiziente Ausgestaltung und Anreizsetzung zu identifizieren. Letztlich wird eine mögliche Übertragung des enera Smart Markets auf weitere Regionen in Deutschland und darüber hinaus untersucht.

 

„Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG)

 

Enera ist Teil des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ziel ist es, in großflächigen „Schaufensterregionen“ skalierbare Musterlösungen für eine umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien zu entwickeln und zu demonstrieren. Im Zentrum stehen dabei die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch sowie der Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte. Die gefundenen Lösungen sollen als Modell für eine breite Umsetzung dienen.


Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die fünf Schaufenster mit insgesamt über 200 Mio. Euro. Zusammen mit den zusätzlichen Investitionen der Unternehmen werden über 500 Mio. Euro in die Digitalisierung des Energiesektors investiert. SINTEG ist damit ein wichtiger Beitrag zur Digitalisierung der Energiewende. An den SINTEG-Schaufenstern sind über 200 Unternehmen und weitere Akteure, bspw. aus der Wissenschaft, beteiligt.

 

Ansprechpartner: Simon Voswinkel, Jonas Höckner